Master Interview
Master Interview – Wie ich arbeite, denke und KI einsetze
Redaktionell formuliertes Master Interview – Stand Oktober 2026.
Dieses Master Interview bündelt redaktionell formulierte Antworten von David Schmitt auf typische Fragen aus Bewerbungsgesprächen. Es ist kein Transkript eines einzelnen realen Interviews.
Dieses Interview ist derzeit nur auf Deutsch verfügbar.
Beruflicher Weg
Recruiter (allgemein):
Herr Schmitt, erzählen Sie mir etwas über sich und Ihren bisherigen beruflichen Weg.
David Schmitt:
Mein Lebenslauf ist nicht der klassische Weg vom Junior zum Senior in einer einzigen Disziplin. Ich habe früh verschiedene Seiten von Unternehmen kennengelernt – Kunden, Vertrieb, Analyse und Prozesse – und bin seit 2014 zusätzlich selbstständig.
Irgendwann habe ich gemerkt, dass meine eigentliche Stärke weniger in einer einzelnen Fachdisziplin liegt, sondern an den Schnittstellen.
Bei PROFLEX habe ich beispielsweise Projektmanagement zwischen Marketing, Sales, ERP, Anforderungen, Testing und Rollout gemacht. Parallel entwickle ich heute mit conschmitt digitale Produkte und KI-gestützte Anwendungen.
Wenn ich meinen roten Faden in einem Satz beschreiben müsste: Ich verstehe gern erst das Problem, strukturiere die Komplexität und suche dann die sinnvollste Kombination aus Prozess, Technologie und Menschen, um daraus eine funktionierende Lösung zu machen.
„Ich bin häufig die Schnittstelle zwischen Problem, Technologie und Umsetzung.“
Stärken
Recruiter (allgemein):
Was sind Ihre größten Stärken?
David Schmitt:
Ich kann mich relativ schnell in komplexe Themen einarbeiten und Zusammenhänge zwischen Bereichen sehen, die häufig getrennt betrachtet werden.
Ich fange dabei nicht mit einem bestimmten Tool an, sondern mit der Frage: Was ist eigentlich das Problem?
Danach kann die Lösung ein besserer Prozess sein, eine Automatisierung, KI, eine Website oder auch einfach eine bessere Kommunikation zwischen zwei Beteiligten.
Meine zweite Stärke ist deshalb Übersetzung: Ich kann technische Möglichkeiten so herunterbrechen, dass Menschen damit etwas anfangen können, ohne sie unnötig zu vereinfachen.
„Ich fange nicht beim Tool an, sondern beim Problem.“
„Mein Mehrwert liegt darin, technische Möglichkeiten, geschäftlichen Nutzen und die Menschen, die damit arbeiten sollen, zusammenzubringen.“
Schwächen
Recruiter (allgemein):
Welche Schwäche würden Sie bei sich selbst sehen?
David Schmitt:
Ich akzeptiere „Das geht nicht“ relativ schlecht.
Das ist zunächst eine Stärke, weil ich gerne noch einen zweiten oder dritten Weg suche. Es kann aber zur Schwäche werden, wenn ich dadurch zu lange an einer Lösung festhalte oder etwas unnötig komplex mache.
Deshalb versuche ich heute bewusster zu unterscheiden: Ist etwas tatsächlich unmöglich? Lohnt sich der zusätzliche Aufwand? Oder habe ich einfach Schwierigkeiten damit, ein Nein zu akzeptieren?
Zeit ist am Ende ebenfalls eine Ressource.
„Ich akzeptiere ‚unmöglich‘ schlecht – und muss deshalb darauf achten, aus Beharrlichkeit kein Overengineering zu machen.“
Generalist oder Spezialist?
Recruiter (allgemein):
Sie bezeichnen sich als digitalen Generalisten. Ist das nicht nur ein anderes Wort dafür, dass Sie nichts richtig spezialisiert können?
David Schmitt:
Die Gefahr besteht bei einem Generalisten natürlich.
Ich würde auch nie behaupten, einen guten Entwickler, Designer oder Data Scientist ersetzen zu können. Das ist aber auch nicht meine Aufgabe.
Meine Stärke liegt eine Ebene davor und dazwischen: das Problem verstehen, einschätzen, welche Disziplinen und Werkzeuge tatsächlich benötigt werden, unterschiedliche Spezialisten zusammenbringen und dafür sorgen, dass am Ende nicht fünf technisch gute Einzelteile entstehen, sondern eine funktionierende Gesamtlösung.
Ich muss nicht in jedem Werkzeug der Beste im Raum sein. Ich sollte aber erkennen können, wann ich selbst weitermachen kann und wann ich jemanden brauche, der tiefer spezialisiert ist.
„Ein Generalist muss nicht jeden Spezialisten ersetzen – er muss wissen, welchen Spezialisten er wann braucht und wie aus den Einzelteilen eine Lösung wird.“
KI
Recruiter (allgemein):
Was bedeutet künstliche Intelligenz für Sie beruflich?
David Schmitt:
KI ist für mich kein Selbstzweck und auch keine Berufsidentität. Sie ist ein sehr leistungsfähiges Werkzeug.
Interessant wird sie dort, wo sie Zeit spart, Informationen besser zugänglich macht, Entscheidungen vorbereitet oder Menschen Dinge ermöglicht, für die vorher hohe technische Einstiegshürden bestanden.
Ich sehe meine Rolle deshalb nicht als AI Engineer.
Mich interessiert stärker: Wo ergibt KI in einem Prozess tatsächlich Sinn? Wo braucht es Human-in-the-loop? Und wie gestaltet man die Lösung so, dass Menschen ihr vertrauen und sinnvoll damit arbeiten können?
„KI ist für mich Werkzeug und Verstärker – interessant wird sie erst durch das Problem, das sie sinnvoll löst.“
Konkreter KI-Einsatz
Recruiter (allgemein):
Können Sie ein konkretes Beispiel nennen, wie Sie KI einsetzen?
David Schmitt:
Ein aktuelles Beispiel ist mein eigenes Bewerbungs- und Job-System GESCHMITTET.
Ausgangspunkt war ein ziemlich banales Problem: Stellen sind auf sehr viele Portale verteilt, die Recherche kostet Zeit und ein Lebenslauf passt häufig auf mehrere unterschiedliche Jobtitel.
Ich habe daraus ein System gebaut, das Stellen recherchiert, sie mit einem verifizierten Candidate Profile abgleicht, Anforderungen und Evidenz gegenüberstellt, Bewerbungen vorbereitet und eingehende Kommunikation wieder der richtigen Bewerbung zuordnet.
Entscheidend ist aber: Das System entscheidet nicht für mich.
Bewerbungen werden erst nach meiner persönlichen Prüfung freigegeben.
Das ist für mich ein gutes Beispiel dafür, wie ich KI grundsätzlich sehe – Automatisierung dort, wo sie Zeit spart, Human-in-the-loop dort, wo Verantwortung beginnt.
„Ich automatisiere die Vorbereitung einer Entscheidung, nicht die Verantwortung für die Entscheidung.“
Selbstständigkeit und Anstellung
Recruiter (allgemein):
Warum möchten Sie trotz Ihrer Selbstständigkeit wieder in einem Unternehmen arbeiten?
David Schmitt:
Für mich ist das kein Entweder-oder.
Ich bin seit 2014 selbstständig und habe gleichzeitig über Jahre in Unternehmen gearbeitet. Beides gibt mir etwas Unterschiedliches.
In meinen eigenen Projekten kann ich sehr schnell experimentieren, Dinge bauen und Entscheidungen treffen.
In einem Unternehmen bekomme ich dafür eine andere Dimension: größere Prozesse, mehr Stakeholder, spezialisierte Kollegen und die Möglichkeit, Veränderungen in einer Organisation umzusetzen.
Genau diese Kombination finde ich attraktiv.
Ich möchte meine Eigeninitiative nicht an der Bürotür abgeben – ich möchte sie in einen größeren Kontext einbringen.
„Ich suche keinen Arbeitgeber, um meine Eigeninitiative abzugeben, sondern einen größeren Kontext, in dem sie Wirkung entfalten kann.“
Berufliche Auszeit
Recruiter (allgemein):
In Ihrem Lebenslauf gibt es 2025 und 2026 eine berufliche Auszeit. Was war der Hintergrund?
David Schmitt:
Ich habe Ende 2025 bewusst eine berufliche Auszeit genommen, unter anderem um innerhalb meiner Familie Pflege zu unterstützen.
Gleichzeitig habe ich die Zeit genutzt, meine Selbstständigkeit und eigene digitale Projekte weiterzuentwickeln.
Das war keine ungeplante Lücke, die ich verstecken möchte, sondern eine bewusste Entscheidung.
Seit 2026 liegt mein Fokus wieder klar darauf, beruflich den nächsten Schritt zu machen.
Warum Sie?
Recruiter (allgemein):
Warum sollte ein Unternehmen gerade Sie einstellen?
David Schmitt:
Ob ein Unternehmen gerade mich einstellen sollte, würde ich nach einem Gespräch nicht allein entscheiden wollen.
Aber ich kann ziemlich klar sagen, welchen Mehrwert ich wahrscheinlich mitbringe:
Ich kann relativ schnell zwischen Fachlichkeit, Prozess und Technologie wechseln und dabei trotzdem das eigentliche Ziel im Blick behalten.
Ich bin technisch genug, um mit digitalen Teams vernünftig zu arbeiten, geschäftlich genug, um Nutzen und Aufwand zu hinterfragen, und kommunikativ genug, um diese Themen auch Menschen zu vermitteln, die sich nicht den ganzen Tag mit Technologie beschäftigen.
Besonders sinnvoll bin ich deshalb in Rollen, in denen genau diese Welten zusammenkommen.
Gehalt
Recruiter (allgemein):
Welche Gehaltsvorstellung haben Sie?
David Schmitt:
Ich mache meine Gehaltsvorstellung bewusst von der konkreten Position abhängig.
Für mich gehören Verantwortung, Gestaltungsspielraum, Arbeitsmodell, Entwicklungsmöglichkeiten und natürlich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Unternehmens zusammen.
Ich möchte deshalb ungern früh eine Zahl nennen, die am Ende weder der Position noch dem vorgesehenen Budget gerecht wird.
Wenn wir feststellen, dass die Aufgabe und ich gut zusammenpassen, bin ich überzeugt, dass wir auch beim Gesamtpaket eine realistische und faire Lösung finden.
Falls Sie bereits einen Rahmen für die Position vorgesehen haben, kann ich Ihnen sehr konkret sagen, ob wir grundsätzlich zusammenliegen.
Zeit und Respekt
Recruiter (allgemein):
Was ist Ihnen im Berufsleben besonders wichtig?
David Schmitt:
Zeit ist für mich die knappste Ressource überhaupt.
Geld kann man wieder verdienen, Fehler kann man häufig korrigieren – eine Stunde, die weg ist, bekommt niemand zurück.
Deshalb ist für mich der Umgang mit Zeit auch eine Frage des Respekts.
Das betrifft Pünktlichkeit genauso wie Meetings ohne Ziel, unnötige Abstimmungsschleifen oder Prozesse, die nur existieren, weil sie schon immer so gemacht wurden.
Ich bin überhaupt nicht dogmatisch, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Aber ich habe wenig Verständnis dafür, wenn vermeidbar mit der Zeit anderer Menschen umgegangen wird, als wäre sie kostenlos.
Genau deshalb interessieren mich Prozessoptimierung und KI so sehr: nicht um Menschen noch mehr Arbeit in dieselbe Zeit zu packen, sondern um Zeit für die Dinge zurückzugewinnen, bei denen Menschen tatsächlich einen Unterschied machen.
„Zeit ist die einzige Ressource, die wir nicht zurückholen können. Deshalb ist der Umgang mit der Zeit anderer für mich eine Frage des Respekts.“
„Gute Prozessoptimierung bedeutet für mich nicht, mehr Arbeit in dieselbe Zeit zu pressen, sondern unnötigen Zeitverbrauch zu entfernen.“
Fünf bis zehn Jahre
Recruiter (allgemein):
Wo sehen Sie sich in fünf oder zehn Jahren?
David Schmitt:
Ich habe tatsächlich ein ziemlich konkretes langfristiges Bild.
Auf der privaten Seite möchte ich mir ein vollständig vernetztes, KI-gestütztes Zuhause aufbauen – nicht als Technikspielerei, sondern als Living Lab dafür, wie Technologie den Alltag wirklich einfacher, nachhaltiger und angenehmer machen kann.
Beruflich möchte ich gleichzeitig dahin kommen, mit meiner Arbeit mehr Wirkung zu erzeugen, ohne dass Wirkung automatisch mehr verbrauchte Lebenszeit bedeutet.
Für mich ist Erfolg langfristig nicht die Zahl der Stunden, die ich arbeite, sondern was in diesen Stunden entsteht.
Wenn ich in zehn Jahren mit zwanzig konzentrierten Stunden mehr sinnvolle Wirkung erzeugen kann als heute mit vierzig, wäre das für mich Fortschritt – technologisch, wirtschaftlich und persönlich.
Ich möchte die Zeit, die ich auf dieser Erde habe, bewusst einsetzen.
Arbeit soll ein wichtiger Teil davon sein und darf anspruchsvoll sein – aber sie soll nicht allein dadurch wertvoll erscheinen, dass sie möglichst viel Zeit konsumiert.
„Für mich ist Erfolg langfristig nicht die Zahl der Stunden, die ich arbeite, sondern die Wirkung, die in diesen Stunden entsteht.“
„Technologischer Fortschritt sollte uns nicht nur ermöglichen, mehr zu produzieren, sondern auch Zeit zurückzugeben.“